Erik Schneider [eriks bei serik.de]
Blog about my master thesis
Du willst VJ werden? Kein Problem. Hier eine Einführung.
Um loszulegen braucht man Hardware, Software und Bildmaterial. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Hat man einen Computer mit Internetzugang, ist der Rest schnell besorgt.
Danach muss man lernen mit der Software umzugehen und man muss sein Bildmaterial kennen lernen, bevor man schließlich richtig loslegen kann.
Hier folgt eine kurze Einführung über diese Schritte.
Hardware
Die Basis-Voraussetzung ist ein Computer. Damit man nicht nur in der eigenen Wohnung schöne Visuals zaubern kann ist dieser am besten ein Notebook. Später kann man seine Ausrüstung dann mit vielerlei Technik erweitern: Bildmischer, weitere Zuspieler in Form von DVD-Playern oder weitern Notebooks, Kameras oder Eingabegeräte in Form von Keyboards oder Pads - jeglichen Geräten zur MIDI-Steuerung. Aber keine Angst, das ist gar nicht unbedingt nötig.
Als Beispiel: Meine Ausrüstung ist relativ klein, nicht zu teuer und mobil. Praktisch finde ich USB-Geräte wie mein Keyboard, welche keine extra Stromversorgung benötigen.
Software
Da draußen gibt es allerlei Software. Soviel, dass man den Überblick schnell verlieren kann. Einen kleinen Überblick vermittelt Wikipedia oder VJ Software Comparison. Ich empfand die Programm-Flut als etwas abschreckend, deshalb will ich hier nur eine kleine Auswahl auflisten. Alle drei Hersteller bieten Testversionen zum Download an.
Für Hacker sind auch die folgenden Programme interessant. Bei VVVV und Pure Data handelt es sich um visuelle Programmiersprachen. PD (Pure Data) ist Open Source und VVVV darf je nach Nutzung frei verwendet werden. In Processing hingegen, ebenfalls Open Source, gibt es die Möglichkeit mit vereinfachtem Java-Code Visuals zu erzeugen.
Ich persönlich nutze Resolume. Hier ein Eindruck davon:

Die Suche nach Bildmaterial
Clips, Videos, Loops und Bilder. Woher nehmen?
Ich persönlich ziehe es vor, nur Video von mir oder manchmal die von Freunden zu verwenden. Dadurch ist auf jeden Fall gewährt, dass man automatisch einen eigenen Stil hat und nicht zu stark andere kopiert. Also durchforstet doch einfach eure Videos. Dabei braucht ihr nur nach kleinen interessanten Schnippseln Ausschau halten. Es reichen oft wenige Sekunden. Wichtig ist, sich den Ausschnitt in Kombination mit Musik, gegenfalls mit anderem Videomaterial und in einem Loop vorzustellen.
Allerdings hat nicht jeder eigenes Videomaterial zur Verfügung und in diesem Fall gibt es im Netz mehr als genug. Aufgepasst werden sollte dabei auf die rechtliche Situation. Nur weil ein Video downloadbar ist, heißt das nicht, dass man es für eigene Zwecke verwenden darf, erst recht nicht, wenn man als VJ anfängt Geld zu verdienen.
Produktion von Bildmaterial
Es gibt hunderte Wege Bildmaterial zu erstellen. Alleine die Ursprünge sind vielfältig. So könnte Material nur aus dem Computer kommen, etwas mit 3D oder 2D Animationssoftware, oder es kommt von Foto- oder Videokameras.
Auf meiner VJ-Seite könnt ihr ein paar Videos von mir sehen.
Diese beiden Videos sind beispielsweise aus jeweils nur einem Foto entstanden:
Das Material für dieses Video wurde spontan mit einer Fotokamera aufgenommen:
Ich persönlich benutze gerne Adobe Produkte. Fürs Vjing kommt da vor allem After Effects und Adobe Photoshop in Frage. Allerdings gibt es da auch viele andere Möglichkeiten. Eine einfach Möglichkeit ist die Nutzung der freien Software Virtualdub. Oft kommt mit dem Rechner auch einige Software, welche dazu vielleicht zu gebrauchen ist. Selbst die Nutzung von Windows Movie Maker finde ich nicht zu abwegig.
Wichtiger als die verwendete Software ist es hingegen am Ende den richtige Codec zu verwenden. Ich verwende einen Quicktime MJPEG Codec mit 80% Kompression. Resolume bietet auch einen MJPEG Codec zum Kauf an. Viele verwenden Indeo Video mit 100% Qualität. Wichtig ist der Codec, weil beim Vjing Videos nicht immer "normal", sondern auch rückwärts, vorwärts, mit unterschiedlichen Geschwindigkeit und durcheinander abgespielt werden. Dadurch muss die Software möglichst schnell auf ein bestimmtes Frame zugreifen, was mit anderen Codecs wie beispielsweise MPEG-2 oder MPEG-4 nicht so gut funktioniert.
Eine grundsätzliche Frage ist auch die der richtigen Auflösung. Ich verwende 640x480. Heutig Rechner sind durchaus zu einer höheren Auflösung fähig. Ich denke jedoch, dass die Auflösung wenig über die Qualität der Visuals aussagt. Hier ist mehr der richtige Inhalt und der eigene Stil gefragt.
Übungsstunden
Sind also nun Hardware, Software und Bildmaterial vorhanden, sollte es daran gehen mit diesen herumzuexperementieren. Man sollte seine Werkzeuge beherrschen. Lasst einfach Musik laufen die ihr mögt und fangt an VJ zu sein. Praktisch ist, wenn ihr einen zweiten Monitor oder sogar einen Beamer verwendet, um euch wirklich in die Situation eines Gigs zu versetzen.
Macht das ganze einfach so lange, bis ihr euren eigenen Stil findet. Was mögt ihr und was nicht? Wollte ihr viele Effekte, viele Layer, coole Loops? Achtet ihr mehr auf Bewegung oder Farbe oder Komposition?
Übt bis ihr all euer Material kennt, zielsicher findet und wisst wie ihr es am besten einsetzen könnt. Wenn ihr VJ werden wollt, dann sollte das Spaß machen.
Auftreten
Habt ihr alles zusammen und beherrscht eure Ausrüstung, dann solltet ihr Auftreten. So bekommt ihr Resonanz. Ist sie gut ist das toll und ist sie schlecht, dann findet ihr so hoffentlich raus, was ihr besser machen könnt. Nur wie kommt man an Gigs? Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau. Fragt Freunde und Veranstalter, macht ein Demo, welches ihr rumzeigen könnt, redet einfach darüber, damit die Leute wissen, was ihr könnt, wollt, macht. Ihr könnt auf Partys, Konzerten, Clubs, Bars - eigentlich überall wo Musik eine wichtige Rolle spielt - Visuals an die Wand werfen.
Ich hoffe ich konnte euch helfen und wünsche viel Spaß.
ja hey danke man für deine fette page. kool, dass mal jemand sein Wissen auch weitergibt.
grüße an alle dnb dark style DJ`S
bis densen
Habe hier ein schönes Sprungbrett gefunden. Habe gerade resolume bekommen und in einer Woche meinen ersten A"Auftritt" und bin jetz dabei Material zu sammeln und mich mit dem Programm anzufreunden. Für Tipps und Ratschläge bin ich immer offen ;-)
LG
T
schöne seite, hab mir gerade mal überlegt mich mit dem thema mehr zu beschäftigen.
ich frag mich bei der nutzung von fremden ausgangsmaterial, ob es rechtlich nicht okay ist, weil man es ja nur als teil einer eigenen kreativen neuen leistung verwendet. naja, wahrscheinlich eher ne theoretische frage. wers machen will, der machts. das mit dem eigenen stil ist wahrscheinlich wichtiger.
zum thema gigs finden:
mir ist aufgefallen, dass inzwischen fast alle clubs werbung über facebook machen. zumindest hier in bangkok. ist zumindest mal ein kontakt, wenn man einfach mal zurückschreibt.
Erwähnenswert auch is Visualjockey (www.visualjockey.com), was vom Anspruch und Komplexität zwischen Resolume und VVVV angesiedelt ist und von der Bedienlogik wie Combustion anmutet. Holt für meinen Geschmack das meiste aus der Hardware raus.