Erik Schneider [eriks bei serik.de]Flagge GrossbritannienBlog about my master thesis

Umsonst im Zug drehen

Do, 2006-09-07 12:41

Wie stellt man dies an? Einen Zug zu mieten ist teuer und die Deutsche Bahn glänzt auch nicht immer mit Kooperationsbereitschaft.

Mein Kurzfilm Zeiträume spielt größtenteils in einem Zug. Als Film ohne Budget war es eine Herausforderung, diese Situation zu meistern. Zeiträume entstand an der HDM und im Vorfeld waren Mitarbeiter und Dozenten skeptisch ob ein Dreh im Zug möglich sei.

Das Team wollte die Geschichte aber nicht ändern und so fingen wir an nach einer Lösung zu suchen. Die Deutsche Bahn zeigte sich einer unkommerziellen Produktion zwar etwas aufgeschlossen, allerdings genügte uns das Angebot mit Fahrscheinen in einem fahrenden Zug während dem normalen Verkehr drehen zu können nicht aus.

Deshalb forschten wir weiter und fanden einige Vereine, welche sich vor allen Dingen der Erhaltung historischer Züge verschrieben haben. Diese waren alle sehr kooperativ.

In der GES fanden wir dann unsere Partner für den Dreh. Nicht nur die Nähe zu Stuttgart war entscheidend, sondern auch die Möglichkeit in Ruhe in einem stehenden Wagon drehen zu können, sowie bei einem kurzen Stück Leerfahrt und auf mehreren "normalen" Fahrten. Die Fahrkarten wurden dabei für das ganze Team von der GES bereitgestellt.

Die Zusammenarbeit stellte sich als sehr unproblematisch heraus. Unser junger Ansprechpartner Michael Peetz war sehr hilfsbereit bei allen Fragen.

Wir drehten insgesammt an zwei Tagen in einem stehenden Wagon und ein Tag im fahrenden Zug. Die einzige Problematik war, den Zug von außen ohne Schaulustige, welche zwangsweise auftauchten, aufzunehmen.

Die Dialoge sind komplett im stehenden Zug aufgenommen. Die Pausen im Gespräch drehten wir im fahrenden Zug. Damit das Wackeln des Zuges in den fahrenden Einstellungen nicht mit den statischen Dialogeinstellungen vermischt wird, drehten wir im Zug immer aus der Hand. Mit Reflektoren wurden die verschiedenen Lichtstimmungen soweit es ging aneinander angeglichen. Die größten Probleme stellten dabei die starken Lichtschwankungen im fahrenden Zug dar, welche sich durch die veränderte Landschaft ergaben, wenn etwas Bäume oder Häuser nah an Strecke standen.

Insgesamt sind wir aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im fertigen Schnitt bemerkt man den Unterschied nur wenn man darauf achtet und stört nicht.

Jedem No- oder Low-Budget Filme kann ich nur empfehlen sich mit den Vereinen, welche es in vielen Regionen Deutschlands gibt, in Kontakt zu setzten.